Tragisches Unglück

Z5 lag nach seiner Uebernahmefahrt aus USA für einige Zeit in Bremerhaven in der Werft zur Umrüstung (Minen, Schlitten, Schienen auf dem Achterdeck, Ausbau der Frischwasserstationen die überall auf Z5 den Manschaften zur Verfügung standen, (versteh heute noch nicht warum das angeordnet wurde), ich war damals Rohrmeister, Laufbahn T33. Meine Rollenkarte sah so aus:

Rollenkarte
12-33-33
Rollen Nr. PCU/160
Name: Schneider Dienstgrad: O/Maat
Grundrollen;
Gefechtstation Artlillerie: Seezielricht Nr. Geschuetz 32
U-Jagt: Rohrmeister
Kreigswache: Seeziel Geschuetz 33
Seewache: Keine
Reinschiff: Keine

Manoeverrollen:
Manoever: Keine
Ergaenzung in See: Keine
Rettung Schiffbruechiger: Oelreinigung Aufsicht
Hilfeleistung auf See: Keine

Das trauirige Erlebnis spielte sich so ab:
An der Steuerbordseite sollte das Beiboot zu Wasser gelassen werden. Wolfgang Bliemel, Maat der Division 1, Decks-Laufbahn, war beauftragt die Beiboote zu Wasser zu lassen.
Er stand im Boot und dirigierte Matrosen an den Winden, vorne am Bug und hinten am Heck des Beibootes, das Boot gleichmäßig abzuseilen.
Dabei kam es zu dem Unglücksfall. Eine der Winden, oder ein Fehlkommando führte dazu, dass das Boot abstuerzte, es hing dann nur noch an der vorderen Winde senkrecht neben der Bordseite.
Wolgang musste beim Abstuerzen seinen Kopf irgendwo angeschlagen haben und bewusstlos ins Wasser gefallen sein. Da zu gleicher Zeit die Schiffsschrauben liefen, mir ist heute nicht mehr bewusst warum man die am Laufen ließ, wurde Wolgang zum Heck von Z5 geschwemmt und ging unter.
Alle Rettungsversuche verliefen ohne Erfolg. Mehrere Matrosen sind ihm nachgesprungen, konnten ihn aber in dem dunklen Wasser nicht mehr finden. Nach drei Tagen fand man dann Wolfgang im Wasser. Es war kein schöner Anblick. Ich wurde damals zur Beerdigung abkommandiert und nahm mit anderen Kameraden an dieser Militärbeerdigung an seinem Heimatort teil.

Rolf Schneider


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